08 Wissen · Ratgeber

Was kostet ein Interim-CFO? Tagessatz, Kalkulation und Vergleich zur Festanstellung

Ruben FaustStand: September 2026Lesezeit 6 Minuten

Erfahrene Interim-CFOs in Deutschland rechnen über einen Tagessatz ab, marktüblich zwischen 1.200 und 2.500 €. Bezahlt werden nur geleistete Tage, monatlich, auf Basis eines Dienstvertrags. Arbeitgeberanteile, Bonus, Abfindung und Recruiting-Kosten fallen nicht an. Ein Mandat über sechs Monate mit drei Tagen pro Woche kostet bei einem Beispielsatz von 1.500 € rund 117.000 €.

Der Tagessatz: 1.200 bis 2.500 Euro

Der Korridor ist breit, und das hat Gründe. Die DDIM, der Dachverband der deutschen Interim Manager, nennt für professionelles Interim Management über alle Rollen hinweg durchschnittliche Tagessätze von 1.200 bis 1.400 €. CFO-Mandate liegen häufig darüber, weil sie Finanzierung, Liquidität, Board und Wirtschaftsprüfer verantworten und Fehler dort unmittelbar Geld kosten. Das obere Ende des Korridors erreichen Mandate mit Sanierung, Finanzierungsrunde oder ERP-Migration unter Zeitdruck.

Ein Tagessatz ist kein Tagesgehalt. Laut Interim Management Report 2025 arbeiten Interim Manager im Durchschnitt 171,9 bezahlte Tage im Jahr. Der Satz muss also Akquise, Leerlauf zwischen Mandaten, Fortbildung und Ausfallzeiten mit abdecken. Wer Tagessatz mal 220 Arbeitstage rechnet, vergleicht die falschen Größen.

Was im Tagessatz enthalten ist

  • Die volle Arbeitsleistung einer erfahrenen Führungskraft ab dem ersten Tag, ohne Einarbeitungsverlust. Was das in der Praxis heißt, beschreibt die Antwort Was macht ein Interim-CFO?
  • Keine Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, kein Urlaubs- oder Krankengeld, keine Altersvorsorge, kein Dienstwagen. Der Interim Manager trägt diese Kosten selbst und kalkuliert sie in den Satz ein.
  • Reisekosten und Spesen werden gesondert vereinbart, nach Aufwand oder als Pauschale. Einzelheiten dazu in der Antwort Wie wird ein Interim-CFO abgerechnet?

Was den Tagessatz nach oben oder unten bewegt

Vier Faktoren entscheiden, wo ein Mandat im Korridor liegt.

Profil und Seniorität

Ein CFO, der beide Welten kennt, den Konzern und das Start-up, kostet mehr als ein Controller mit Führungsanspruch. Bei mir sind das über 30 Jahre Finance, davon knapp 18 bei Coca-Cola, und seit 2011 Interim Manager mit 15+ dokumentierten Mandaten. Was ich damit anfange, steht auf der Seite Über mich.

Branche und Komplexität

Eine Vakanzüberbrückung in einer eingespielten Finanzorganisation liegt am unteren Ende. Eine Finanzierungsrunde mit Due Diligence, eine Sanierung mit Zuarbeit zum IDW-S6-Gutachten oder eine ERP-Migration mit komplexen Schnittstellen liegen oben, weil sie Spezialwissen und Verantwortung für das Ergebnis verlangen.

Umfang und Laufzeit

Ich arbeite in Vollzeit oder mit drei bis fünf Tagen pro Woche. Ein längeres Mandat mit fester Tagezahl gibt beiden Seiten Planungssicherheit und lässt beim Satz Spielraum. Die typische Laufzeit liegt bei 6 bis 18 Monaten, siehe Wie lange dauert ein typisches Interim-CFO-Mandat?

Direktmandat oder Provider

Kommt der Kontakt über einen Interim-Provider zustande, behält dieser laut DDIM meist 25 bis 35 % des vereinbarten Tagessatzes als Provision. Bei einem Direktmandat entfällt dieser Anteil, oder er kommt dem Unternehmen als niedrigerer Satz zugute.

Rechenbeispiel: Was ein Mandat insgesamt kostet

Die folgende Tabelle rechnet mit einem illustrativen Satz von 1.500 € und gerundeten Arbeitstagen pro Monat, ohne Urlaub und Feiertage. Sie ist kein Angebot; der tatsächliche Satz ergibt sich aus dem Erstgespräch.

UmfangTage / MonatKosten / Monat6 Monate12 Monate
3 Tage pro Woche1319.500 €117.000 €234.000 €
4 Tage pro Woche1725.500 €153.000 €306.000 €
Vollzeit, 5 Tage pro Woche2131.500 €189.000 €378.000 €

Beispielsatz 1.500 € pro Tag, Reisekosten nicht enthalten. Bei 1.200 € liegen die Werte ein Fünftel darunter, bei 2.500 € zwei Drittel darüber.

Wie lange ein Mandat dauert, hängt von der Aufgabe ab. In meinen dokumentierten Mandaten reicht die Spanne von 6 bis 36 Monaten: Die Stabilisierung nach dem Management-Buy-Out bei PeriGuard dauerte 6 Monate, die ERP-Migration beim Automotive OEM 9 Monate, die Finanzleitung mit CRM-Einführung bei KRÜSS 17 Monate in mehreren Einsätzen, der Aufbau der gesamten Finanzfunktion bei vialytics 30 Monate.

Interim-CFO oder festangestellter CFO: der Vergleich

Die Frage lautet meist: wofür? Vier Unterschiede zählen.

Verfügbarkeit

Ein Interim-CFO startet meist innerhalb von ein bis zwei Wochen nach Auftragsklärung. Eine Festanstellung braucht Suche, Auswahl und die Kündigungsfrist des Kandidaten. In dieser Zeit läuft die Finanzierungsrunde, die Prüfung oder das ERP-Projekt weiter, nur ohne Führung.

Kostenstruktur

Die Festanstellung bringt Fixkosten, Nebenkosten, Bonus, oft eine Beteiligung und die Kosten der Suche mit, und sie bleibt auch dann, wenn die Aufgabe erledigt ist. Der Interim-CFO kostet nur geleistete Tage, ist flexibel kündbar und geht ohne Abfindung.

Passung zur Aufgabe

Für zeitlich begrenzten oder akuten Bedarf ist der Interim-CFO das richtige Instrument: Vakanz, Wachstumsphase, Finanzierungsrunde, ERP-Einführung, Sanierung. Für die dauerhafte Normalbesetzung ist die Festanstellung richtig. Beides schließt sich nicht aus: Bei KRÜSS habe ich die Finanzleitung geführt und strukturiert an den permanenten Stelleninhaber übergeben. Mehr dazu unter Wann Interim-CFO statt festangestelltem CFO?

Risiko

Eine Fehlbesetzung auf CFO-Ebene kostet ein Jahr und mehr, eine verpasste Finanzierungsrunde unter Umständen das Unternehmen. Gegen beides ist ein befristetes Mandat die günstigere Versicherung, gerade für Unternehmen zwischen 4 und 100 Mio. € Umsatz, die keine voll ausgebaute Finanzführung haben. Siehe Lohnt sich ein Interim-CFO auch für kleinere Unternehmen?

Wann sich der Tagessatz rechnet

Der Maßstab ist der Return on Interim Management: Was hätte die Entscheidung gekostet, die ohne CFO falsch gefallen wäre? Drei Beispiele aus meinen Mandaten:

  • Bei vialytics habe ich in 30 Monaten Finance, Controlling, Reporting und FP&A von null auf Series-B-Niveau aufgebaut und zwei Finanzierungsrunden mit Due-Diligence-Verantwortung begleitet. Der ARR stieg in dieser Zeit von 3 auf 15 Mio. €.
  • Bei PeriGuard ging es nach dem Management-Buy-Out darum, das Unternehmen in 6 Monaten zu stabilisieren, Finance und Controlling aufzubauen und die Bankenfinanzierung vorzubereiten.
  • Bei BLOKS hieß die Aufgabe Liquiditätsplanung und Investorenkommunikation in der Insolvenz, also die Phase, in der jeder Tag ohne belastbare Zahlen Optionen kostet.

Alle Mandate mit Eckdaten und Ergebnissen finden Sie unter Ergebnisse. Wie ein Mandat abläuft, von der Zielklärung bis zur Übergabe, steht auf der Seite Arbeitsweise.

Häufige Fragen zu Kosten und Abrechnung

Ist der Tagessatz eines Interim-CFO verhandelbar?

Ja. Die Stellschrauben sind Umfang, Laufzeit und Auslastung: Ein längeres Mandat mit fester Tagezahl pro Woche lässt sich anders kalkulieren als ein kurzer Einsatz mit offenem Ende. Den Satz selbst besprechen wir im Erstgespräch.

Gibt es Pauschalen oder Festpreise statt eines Tagessatzes?

Üblich ist der Tagessatz nach tatsächlich geleisteten Tagen, monatlich abgerechnet. Für Reisekosten ist eine Pauschale möglich. Eine Erfolgskomponente, etwa an einen Meilenstein wie den Abschluss einer Finanzierungsrunde gekoppelt, wird auf Absprache vereinbart.

Muss ein Interim-CFO in Vollzeit arbeiten?

Nein. Ich arbeite in Vollzeit oder mit drei bis fünf Tagen pro Woche, je nach Aufgabe. Der Umfang wird zu Beginn festgelegt und bei Bedarf angepasst; der Anteil vor Ort und remote wird projektabhängig vereinbart, siehe Arbeitet ein Interim-CFO vor Ort oder remote?

Wie schnell kann ein Interim-CFO starten, und ab wann entstehen Kosten?

Meist innerhalb von ein bis zwei Wochen nach Auftragsklärung, siehe Wie schnell kann ein Interim-CFO starten? Kosten entstehen erst mit dem ersten geleisteten Tag; das Erstgespräch und die Angebotsphase sind unverbindlich.

Wie bekomme ich ein konkretes Angebot?

Über ein 30-minütiges Erstgespräch. Darin klären wir Ausgangslage, Ziele, Umfang und Dringlichkeit; auf dieser Basis folgt ein Angebot mit Tagessatz, Tagezahl pro Woche und Laufzeit. Anfragen beantworte ich innerhalb von 24 Stunden.

Quellen
  • DDIM – Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V.: Honorare im Interim Management (durchschnittliche Tagessätze 1.200 bis 1.400 €, Provider-Provision 25 bis 35 %).
  • EO Executives: Interim Management Report 2025, Befragung von 1.671 Interim Managern, Dezember 2024 bis Januar 2025 (171,9 bezahlte Tage im Jahr).
  • Eigene Mandate 2011 bis 2026, dokumentiert unter Ergebnisse.

Was kostet Ihr Mandat?

30 Minuten Erstgespräch, unverbindlich. Sie schildern die Situation, ich sage Ihnen, ob und in welchem Umfang ein Interim-CFO die richtige Antwort ist. Antwort innerhalb von 24 Stunden.

Erstgespräch anfragen